GRENZLAND-NACHRICHTEN

Nettetal

Donnerstag, 20. Juli 2000


Dritten Lebensabschnitt positiv angehen

Pc-Freunde Nettetal machen Furore /
Auch über Stadtgrenzen hinaus bekannt

Mit Begeisterung sind die vielen Seniorinnen und Senioren dabei, wenn es wieder heißt, Neues mit dem Umgang des PC zu lernen. Regelmäßig treffen sich die PC-Freunde im Lobbericher Pfarrzentrum sowie in der Seniorenresidenz Kleeblatt. Foto: Inge von den Bruck

Nettetal (ib). "Wir brauchen geistiges Jogging und wollen nicht über erhöhte Cholesterin-Werte oder andere Krankheiten sprechen", ist die einhellige Meinung der mittlerweile 40 Seniorinnen und Senioren, die sich jeden dritten Montag im Monat im Pfarrzentrum "Die Brücke" in Lobberich, An St. Sebastian treffen, um ihren Interessen nachzugehen.

Es war vor vier Jahren, als sich im Café Seeger die Senioren Ernst Cremes, Dieter Alten (beide sind zwischenzeitlich verstorben), Willi Bours, Herbert Ackermann, Peter Radok, Toni Pollen und Konrad Achtert zusammensetzten, um "einen geistigen Gedankenaustausch" zu vollziehen. Schnell hatte man das Thema "Computer und EDV - Neue Medien" ins Visier gefasst.

"Wir hatten alle keine Angst, etwas Neues auszuprobieren, aber auch sehr wenig, teilweise sogar keine Ahnung von dem neuen Medium", so Toni Pollen. In kurzer Zeit stellten die Rentner fest, dass sie viele Gleichgesinnte hatten, denn immer mehr PC-Lernwillige gesellten sich zu ihnen. So wurde die Interessengemeinschaft "PC-Freunde Nettetal" ins Leben gerufen.

"Zuerst hatten nur zwei oder drei von uns einen eigenen PC zu Hause, an denen wir lernten. Andere von uns besuchten Fortbildungsveranstaltungen und berichteten den Daheimgebliebenen von dem Gelernten", erinnern sich die Senioren an die Entstehungszeit zurück. Mittlerweile stehen im Pfarrzentrum vier eigene PCs, ein Drucker und ein Scanner zur Verfügung. Die Gruppe, die sich regelmäßig trifft, hat sich auf mehr als 45 Interessierte eingependelt.

Streng verboten ist es, über Krankheiten zu sprechen, schließlich zählt man noch nicht zum "alten Eisen". Über die regelmäßigen Treffs im Pfarrzentrum wurde auch der Kontakt zur Kreis-Volkshochschule geknüpft. Seit einigen Monaten steht den PC-Freunden nun auch der VHS-Raum im Seniorenzentrum "Kleeblatt-Residenz" zur Verfügung. Dort treffen sie sich zusätzlich, um ihre Kenntnisse in Word oder Excel zu vertiefen.

Spezialisten sowie blutjunge Anfänger erhalten dort Hilfe, um das noch fremde Element PC zu bedienen. Ulrich Schorsek und der Niederländer Matthias Moens sind die Referenten, die den Teilnehmern den Umgang mit dem PC näher bringen. "Es ist ein ständiges Lernen und Lehren an den Tischen", so Ulrich Schorsek, der nach dem Lehrgang keineswegs Freizeit hat. Zuhause angekommen versuchen die PC-Lehrlinge, das Erlernte allein zu bewältigen. "Dabei treten nicht selten Probleme auf, und mein Telefon steht nicht still", berichtet Schorsek. Neu im Team ist der Dülkener Jürgen Fetten, der - berufsbedingt - seine Erfahrungen in die Gruppe einbringt. "Ich bin zuständig, wenn PCs neu installiert werden müssen oder auch vernetzt werden sollen", so Fetten.

Auch der Umgang mit dem Internet ist den PC-Freunden nicht mehr fremd. Längst haben sie auch Zugang zu dem neuen Informationsmedium. Eine eigens gestaltete WebSeite ist eines der vielen Ergebnisse, die die Seniorinnen und Senioren präsentieren.

Und wer die neusten Daten und Meldungen der PC-Freunde Nettetal schnell lesen will, der kann schon einige Stunden nach dem letzten Zusammentreffen das aktuelle Protokoll im Internet nachlesen.

Auch Geburtstagsgrüße werden per e-mail übermittelt, schließlich wollen die PC-Freunde ihren Enkeln, die den Umgang mit dem PC schon im Kindesalter spielend beherrschen, nicht nachstehen.

Toni Pollen fand es oft "beschämend", wie sein Enkel mit dem PC umgehen konnte, heute kann der Enkel manchmal schon vom Opa lernen.

(...) Neues über die ist im Internet unter WWW.PC-FREUNDE.DE zu finden.



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